Health Technology Assessment (HTA)-Studien dienen zur Analyse der Sicherheit und Wirksamkeit einer Technologie, eines Arzneimittels oder eines Impfstoffs, was oft in Kombination mit einer wirtschaftlichen Analyse ihres Kosten-Nutzen-Verhältnisses geschieht. Ihr Ziel liegt daher darin, das Verhältnis zwischen dem für sie verlangten Preis und dem Nutzen, den sie für die Gesundheit und die Lebensqualität in Aussicht stellen, zu bestimmen. Diese Analysen werden in der Regel für Produkte durchgeführt, die als innovativ vorgestellt werden und für die die Industrie zum Teil (sehr) hohe Preise mit den öffentlichen Behörden verhandelt.
Bei Studien zur Health Technology Assessment (Gesundheitstechnologiefolgenabschätzung) knirschen manche mit den Zähnen, da sie der Vorstellung widersprechen, dass „Gesundheit keinen Preis hat“. Wir sind dagegen davon überzeugt, dass es nicht ethisch ist, eine Gesundheitsintervention zu erstatten, ohne sich davor konkret zu vergewissern, dass sie angesichts der Kosten, die von der Allgemeinheit zu tragen sind, tatsächlich einen gesundheitlichen Mehrwert bietet.
Es geht daher weder darum, Einsparungen im Gesundheitssektor zu rechtfertigen noch die Einführung neuer Technologien hinauszuschieben, sondern darum, die öffentlichen Behörden in ihrem Bestreben zu unterstützen, die verfügbaren Ressourcen möglichst effizient zu nutzen und gleichzeitig die Qualität, Barrierefreiheit und Relevanz der Gesundheitspflege sicherzustellen.
Wie steht es um das Kosten-Nutzen-Verhältnis?Eine Kosten-Nutzen-Analyse drückt den Nutzen einer bestimmten Behandlung in Form eines „Zugewinns an gesunden Lebensjahren“ oder eines „Zugewinns an qualitätsbereinigten Lebensjahren“ (Quality-Adjusted Life-Years, QALYs) für den Patienten (die Patientin) aus. Wenn eine Behandlung weniger kostet als die bisherige und ein besseres Ergebnis für den Patienten (die Patientin) erzielt, fällt die Wahl leicht. Neue Behandlungen bieten zwar in vielen Fällen einen gesundheitlichen Nutzen, sind aber teurer als herkömmliche Behandlungen. In diesem Fall wird das Verhältnis zwischen den zusätzlichen Kosten und der hinzugewonnenen Lebenserwartung (ob um die Lebensqualität bereinigt oder nicht) berechnet. Dies wird als inkrementelles Kosten-Nutzen-Verhältnis (Incremental Cost-Effectiveness Ratio, ICER) bezeichnet. |